Hattet ihr Träume die dann irgendwie wahr geworden sind?
Bei diesem Fotoshooting haben wir wie immer viel geredet. Diese Mädchen habe ich vorher noch nie gesehen und wie immer bei solch einem Projekt treffe ich die Leute erst kurz vor dem Shooting. So lernen wir uns kennen und wissen am Ende des Fotoshootings ein bisschen etwas übereinander. Und danach trennen sich unsere Wege wie bei alten Freunden (zumindest ich empfinde das so)
Dieses Mal ist mir Iras Geschichte über einen Traum den sie hatte in Erinnerung geblieben - als sie noch im friedlichen Kiew lebte. Sie träumte davon, wie sie mit ihrer Schwester für zwei Tage nach Paris fliegt. Als diese zwei Tage vorbei waren und sie wieder in das Flugzeug stiegen um zurückzufliegen wurden sie gebeten, mit ihren Sachen auszusteigen. Es wurde ihnen mitgeteilt, dass sie nirgendwohin fliegen und auch nicht wissen wann sie zurückfliegen würden!
Als sie aufwachte konnte sie nicht verstehen warum es in dem Traum ging und was das zu bedeuten hat.
Erst später als sie und ihre Schwester ihre Koffer packten und ins Nirgendwo von Kiew fliehen mussten. Auf dem Weg erinnerte sie sich an den Traum. Ja, sie gingen nirgendwo hin und es war nicht klar, wann und ob sie jemals zurückkehren würden…
Sie sind in einer grossen Familie aufgewachsen - 12 Brüder und Schwestern - die Familie wurde auseinander gerissen und niemand kann sagen wann sie sie wieder zusammen sehen werden.
Ich wünsche mir aufrichtig, dass sie und ihre Familie sich bald um den grossen Tisch versammeln und einen lauten Trinkspruch ausbringen werden: „Auf unseren Sieg!“
Dass sie lange reden und sich gegenseitig erzählen, was sie in dieser Zeit erlebt haben.
Und ich hoffe, dass sie sich an das Fotoshooting am Greifensee - auf meiner Lieblingsbrücke - erinnern werden, wo Ira uns auf ihrer Geige „oy u luzi chervona kalina“ vorgespielt hat - es war unvergesslich!
26 Juli, 2022
💙💛